Schlechtes Wetter für die Quote: ARD zu Mühe-Äußerungen
Die ARD reagiert auf Anna Maria Mühes Kritik an der niedrigen Einschaltquote der "Totenfrau". Ist schönes Wetter wirklich der Grund für die schwache Zuschauerzahl?
Die Diskussion über die Quote von ARDs "Totenfrau" hat kürzlich an Fahrt gewonnen, insbesondere durch die Äußerungen von Anna Maria Mühe. Sie brachte zur Sprache, dass die schönen Wetterbedingungen möglicherweise die Zuschauerzahlen in den Keller gedrückt haben. Sicherlich gibt es einige, die das als Ausrede abtun würden – schließlich haben wir ja auch schon bei Regen in die Glotze geschaut.
Die ARD fühlte sich offenbar berufen, auf diese Bemerkungen zu reagieren. Ein Sprecher der Rundfunkanstalt erklärte, dass es immer wieder externe Faktoren gebe, die die Quote beeinflussen könnten. Der Einfluss von Wetterbedingungen auf die Fernsehnutzung ist ein altbekanntes Phänomen. Umso aber mehr lässt sich darüber philosophieren: Warum schauen wir nicht im Freien „Totenfrau“, wenn die Sonne scheint? Ist das nicht ein bisschen wie ein Spaziergang in einem Museum, während man sich vor dem Wetter drückt, das einen nach drinnen zwingt?
Diese beobachteten Zusammenhänge zwischen Wetter und Quoten sind nicht nur für die ARD, sondern für alle Fernsehsender von Bedeutung. Die Frage, ob die Zuschauer im Sommer mit einem Bier im Garten der Spannung eines Krimis vorziehen, erscheint durchaus sinnvoll. Wo bleibt da die Begeisterung für gute Geschichten, wenn der Grill ruft? Mühe scheint das nicht nur auf die Quote zu projizieren, sondern auch auf das allgemeine Zuschauerverhalten. Vielleicht bleibt der Bildschirm einfach bei strahlendem Sonnenschein dunkler.
Die Reaktion der ARD lässt auch darauf schließen, dass man sich der Herausforderungen dieser Situation bewusst ist. Schließlich lebt das Fernsehen nicht von irgendeinem Inhalt, sondern von der Bindung des Publikums. Und genau hier liegt die Krux: Wie überzeugt man Menschen, die sich im Freien sonnen, zurück vor den Fernseher? Mühe bringt die Frage auf, die jeder Sender sich mittlerweile stellen muss: Sind wir bereit, mit klugen Inhalten in die Konkurrenz mit der Natur zu treten?
Die Antwort liegt irgendwo zwischen Rasenmähen und der Frage, warum wir uns überhaupt in einen Raum sperren lassen. Unbemerkt von all den Sonnenstrahlen wird die „Totenfrau“ wahrscheinlich weiterhin vor einem kleinen, aber engagierten Publikum ihre Morde aufklären – während die Sonne ungerührt am Himmel steht. Man fragt sich, ob die Einschaltquote auf den Wetterbericht angewiesen ist oder ob wir uns letztlich auch mal für ein bisschen Kultur entscheiden könnten, selbst wenn die Temperaturen steigen.
Es bleibt spannend, wie sich die ARD und andere Sender auf diese Bedingungen einstellen werden. Ein bisschen mehr Entwicklung und Anpassung könnte darin liegen, die Ausstrahlung dieser Formate auch mit Veranstaltungen im Freien zu verknüpfen und somit vielleicht das Beste aus beiden Welten zu vereinen.
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